Beckersbergring: SOKA-Bau bricht endlich das Schweigen

Nach zweieinhalb Jahren des Schweigens gegenüber den Anwohnern im Beckersbergring, scheint sich nun die SOKA-Bau endlich zu öffnen. Nachdem der gewerkschaftsnahe Immobilienkonzern im Januar 2015 über eine Abrissankündigung von 100 Reihenhäusern ein unsichtbares Damoklesschwert über die Häuser der Ringbewohner hängte, brach die Kommunikation danach abrupt ab.

Viele Mieter nahmen diesen Zustand zum Anlass, sich auf dem engen Immobilienmarkt Henstedt-Ulzburgs nach einem anderen Zuhause umzusehen. Für die Meisten im Beckersbergring jedoch ein indiskutables Unterfangen: Ist die Siedlung in der Art ihrer Anlage im gesamten Umkreis als einzigartig anzusehen. So gilt besonders die Wohnraumgröße der einzelnen Altbau-Reihenhäuser von 78 qm für viele Mieter als „noch bezahlbar“.

Das nun das für die Ringbewohner als Supergau anzusehende Abrissszenario offensichtlich immer noch ins Kalkül gefasst wird, zementiert das Wiesbadener Unternehmen über ein Schreiben, dass am Wochenende den Mietern im Beckersbergring zuging. Dieses liegt der Redaktion vor. In dem Schreiben heißt es, dass die Pläne überarbeitet wurden, und es Änderungen hinsichtlich der Geschosshöhe und der Wohnungsanzahl gibt. Auch wolle man den Mietern Klarheit über den Ablauf des Projekts geben.

Dazu lädt die SOKA-Bau zu einer Informationsveranstaltung ein. Pikant ist jedoch der Termin, der mit dem 28. August in die Sommerferien gelegt wurde. „Ein bedauerlicher Termin“, wie auch Mieter Holger Greve findet. „Einige dürften nicht teilnehmen können, da sie sich im Urlaub befinden.“

Inwieweit an den bisher geplanten 150 neuen Wohneinheiten festgehalten wird, oder sogar mehr beabsichtigt sind, wird sich nun Ende August herausstellen. Auch bleibt abzuwarten, ob dem Wunsch der Mieter nach langfristigen Bleibeperspektiven in den Plänen der SOKA Berücksichtigung findet. Hierzu zeigt sich jedoch der Sprecher der betroffenen Anwohner Christian Engel skeptisch: “Bezahlbaren Wohnraum gibt es nur im Altbestand!“

Die Siedlung Beckersbergring wurde Anfang der 1960er Jahre im Reihenhausstil erbaut. Sie zeichnet sich durch ihre zentrale Lage und große Gärten mit viel Grünbestand aus. Für die vergleichsweise kleinen Reihenhäuser mit je rund 78 qm Wohnfläche ist eine Nettokaltmiete zurzeit von durchschnittlich EUR 720,– monatlich fällig.

Gernot Willsch

Dieser Beitrag erschien erstmalig in den Ulzburger-Nachrichten.

Ein Gedanke zu „Beckersbergring: SOKA-Bau bricht endlich das Schweigen

  1. Mal sehen, was in dieser Gemeinde noch alles geht!

    Mit einem willfährigem Bürgermeister und einer Politik (ausgenommen WHU/BfB), die soziale Lösungen ankündigt, aber nicht durchsetzt. Das ist schon eine besondere Meisterleistung, dass die 160 Wohneinheiten (erster Versuchsballon der Soka) noch einmal deutlich übertroffen werden in der neuen Planung – aber in H.-U. scheint ja für Investoren ALLES möglich.

    Normalerweise stellt ein Investor seine Maximalbebauung vor, um dann schrittweise zurück zu rudern – hier geht es weiter/höher/größer nach vorn!

    Was den Altmieter zugemutet wird:
    * Mindestens zwei Umzüge
    * Mindestens 8 Jahre Bauzeit/Baulärm!
    * deutliche Wohnwertreduktion
    * seelenlose Neubauten ohne Gartenfläche

    Achtung, schon morgen kann es Ihr/Euer Wohnfeld betreffen.

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