Briefinfo an alle Mieter/Betroffenen

Die SOKA-Bau plant Großes: 97 Reihenhäuser sollen abgerissen werden um (geplant) ca. 160 neuen Wohneinheiten zu weichen. Da wird also Lebensraum – der erst Mitte der 90er Jahre aufwändig saniert wurde – dem Erdboden gleich gemacht um Neues zu schaffen; das kennt man sonst nur aus begehrten Innenstadtlagen in Ballungszentren.

Das hat wenig mit Umweltschutz zu tun, das ist Wertevernichtung. Schlimmer noch, mangels Investition der Eigentümer haben viele Mieter weder Kosten noch Mühen gescheut und Einbauten/Verbesserungen vorgenommen.

Die Politik freut’s – mehr Bürger=mehr Steuereinnahmen=Aufwertung der Gemeinde.

Aber:

Was ist mit „bezahlbarem Wohnraum“?

Die aktuellen Mieten sind im oberen Drittel der marktüblichen Mieten angesetzt. Die „Betreuung“ der Mieter durch die SOKA eher verhalten – um es höflich zu formulieren.

Was passiert mit den älteren Bewohnern?

Der Stress setzt bereits ein: Dringend nötiger Pflegeaufwand (der Häuser) wird minimiert, freiwerdende Objekte an Asylanten, bzw. die Gemeinde vermietet. Einmessungen und (Kabel-)Erdarbeiten starten – noch vor einem genehmigten B-Plan!

Eigentum verpflichtet (Grundgesetz Art. 2.2) nicht mehr?

Die Väter des Grundgesetzes haben kluge Grundregeln für unser Zusammenleben geschaffen. Ein vielbeachtetes, oft kopiertes Konstrukt. Gleich in mehrfacher Hinsicht wird hier gegen den Artikel 14 gearbeitet.

Da wird solange Erhaltungsaufwand eingespart, bis eine Sanierung (angeblich 70.000 Euro je Einheit) unwirtschaftlich ist – Auch aus dem Schanzenviertel Hamburgs bekannt. Wer aber möchte in einem Styroporkasten sein Dasein fristen? Die Mieter des Beckersbergringes in großen Teilen jedenfalls nicht.

Wer meint, die Neubauten werden auch nur zu annähernd gleichen Konditionen vermarktet, der glaubt auch noch an den Weihnachtsmann! Die Mietpreisbremse gilt hier natürlich nicht. Und auf der Informationsveranstaltung der SOKA jammerte der Vorstand man müsse Erträge erwirtschaften um die Leistungen (Renten) der Eigentümer zu finanzieren.

Einer Argumentation der man nur bedingt folgen kann – werden hier doch langjährige Mieter vor den Kopf gestoßen, weil am Markt Renditen nur noch schwer zu erzielen sind.

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